Während Pfizer öffentlich Stellen abbaut, geschieht bei Google Zürich alles im Stillen – bis jetzt.
Auf X/Twitter häufen sich seit gestern Abend die Berichte von Google-Mitarbeitern in Zürich über stillschweigende Team-Restrukturierungen und Projekteinstellungen. Ein verifizierter Account mit dem Handle @ZH_TechWorker schreibt: "Unser gesamtes Cloud-Team wurde heute 'neu bewertet' – das bedeutet bei uns, dass die Hälfte bis Freitag gehen muss." Weitere Posts bestätigen ähnliche Vorgänge in mindestens drei verschiedenen Abteilungen des Zürcher Google-Büros. Die Beiträge sammeln binnen Stunden hunderte Likes und Retweets, was auf eine breite Betroffenheit hindeutet.
Anders als bei den offiziellen Ankündigungen von Pfizer oder Novartis geschehen diese Kürzungen ohne öffentliche Kommunikation. Mitarbeiter berichten von kurzfristigen Einzelgesprächen und der Auflösung ganzer Projektteams ohne Vorwarnung. Ein weiterer Post beschreibt: "Das Schlimmste ist die Ungewissheit – niemand weiss, welches Team als nächstes dran ist." Diese Intransparenz verstärkt die Verunsicherung auch bei Mitarbeitern, die bisher nicht direkt betroffen sind.
Die Social-Media-Aktivität zeigt auch die Auswirkungen auf den breiteren Arbeitsmarkt: Tech-Fachkräfte aus anderen Unternehmen kommentieren verstärkt unter den Posts und berichten von ähnlichen Erfahrungen bei kleineren Startups und Beratungsunternehmen. Die Diskussion unter dem Hashtag #SwissTech wird dominiert von Stellengesuchen und Networking-Versuchen, was auf einen plötzlichen Anstieg der Jobsuchenden in diesem Sektor hindeutet.
Für Jobsuchende im Tech-Bereich bedeuten diese Entwicklungen eine sofortige Anpassung der Strategie: Statt auf die grossen Namen zu setzen, sollten sie jetzt gezielt kleinere, spezialisierte Unternehmen und staatsnahe Organisationen ins Visier nehmen. Die Posts zeigen auch, dass Networking über soziale Medien wichtiger wird denn je – viele der Betroffenen finden über Twitter-Kontakte neue Möglichkeiten.
Die nächsten 48 Stunden werden zeigen, ob Google Schweiz offiziell zu den Restrukturierungen Stellung nimmt oder ob das Unternehmen die Stille-Strategie fortsetzt. Währenddessen organisieren sich die betroffenen Mitarbeiter zunehmend online und tauschen Informationen über Abfindungen und RAV-Verfahren aus.